Julius Seyler
Julius Seyler
1873 München - 1955 München

Künstlerische Laufbahn

1892 wird Julius Seyler Schüler von Wilhelm von Diez an der Akademie der Bildenden Künste München, Im Jahr 1900 dann zu Heinrich von Zügel. Bei ihm nimmt er an Freiluftstudien teil. Bereits 1899 ist er in Diessen bzw. Fischen am Ammersee tätig.

Ab 1902 führt er zahlreiche Studienreisen in die Niederlande und nach Belgien durch. Unter anderem Studien bei Anton Mauve und Jacob Maris, an den Atlantik, nach Norwegen, Kanada und in die USA. 1903 bezieht er eine Wohnung am Ammersee, wo er bis 1912 lebt und malt. Seyler hat sich zu dieser Zeit einen Namen in der Kunstwelt gemacht und sucht jenseits des Sports Herausforderungen.

Ab 1909 hält sich Seyler erstmals in Paris auf. Er reist mit Helga Boeckmann, die zu diesem Zeitpunkt Freundin und Malschülerin ist, in die USA, wo am 30. Juli 1910 in St. Paul, Minnesota, die Heirat stattfindet. 1912 kehrte das Paar zurück und lässt sich in München nieder. 1913 reisen Julius und Helga Seyler zur Hochzeit von Helgas Bruder erneut in die Staaten. Während des Familienbesuchs bricht der Erste Weltkrieg aus. Während der Zeit des Krieges und danach lebt das Ehepaar von 1914 bis 1921 in Wisconsin. Zusammen bewirtschaften sie eine Farm. Seyler schließt Freundschaft mit den Schwarzfußindianern in Montana und wird Ehrenhäuptling. Ein Großteil seiner Malerei beschäftigt sich danach mit den Blackfeet und ihrer Geschichte.

Als Seyler 1921 nach München heimkehrt, kann er an sein früheres Schaffen in Deutschland anknüpfen. Die Bayerische Staatsgalerie kauft seine Werke, und die Kritiker jubeln. 1924 erfolgt Seylers Ernennung zum Professor an der Kunstakademie München. Seyler reist 1927 zum dritten Mal nach Paris und nach Südfrankreich. In den 1930ger Jahren hält er sich oft auf der Insel Sylt auf.

Anfang der 1940er Jahre beginnt er zu erblinden. Der Zweite Weltkrieg trifft Seyler hart. Bei einem Bombenangriff wird 1943 sein Atelier in der Georgenstraße in München zerstört. 1944 fallen 300 Werke einem Bombenangriff und Wassereinbruch in der Pinakothek zum Opfer. Seyler selbst übersteht den Krieg in Hirschau am Chiemsee. Nach seiner Rückkehr nach München 1946 ist Seyler wegen seines geschwächten Augenlichts kaum noch produktiv. Als er 1955 stirbt, verliert die Kunstwelt einen außergewöhnlichen Menschen.

Sportliche Karriere

Im Sport erringt Julius Seyler erstmals mit 17 Jahren einen nationalen Erfolg bei den deutschen Eisschnelllauf-Meisterschaften.

Bei der Europameisterschaft im Eisschnelllauf 1896 in Hamburg gewinnt Julius Seyler mit Siegen auf allen vier Strecken erstmals eine Goldmedaille für Deutschland und wiederholt dies 1897 bei der EM in Amsterdam. Erst 63 Jahre später gelingt es wieder einem deutschen Eisschnellläufer, eine Goldmedaille zu erringen. Bei der Weltmeisterschaft 1898 in Davos gewinnt Seyler die Silbermedaille.

Als weitere sportliche Erfolge, erringt Seyler 1895 den Kaiserpreis im Rudern (Vierer-Mannschaft) und den Gewinn der internationalen Segelregatta 1898 auf dem Ammersee.

Seylers Bestzeiten im Eisschnelllauf haben lange Bestand, so wird unter anderem seine Zeit über 10.000 Meter (18:05 Minuten) 38 Jahre lang von keinem anderen Deutschen unterboten.

Vita

  • 4 Mai 1873: Geburt Julius Seylers in München
  • 1891: Abschluss am Gymnasium. Dritter Platz beim Eisschnelllauf bei den Deutschen Meisterschaften
  • 1894: Malklasse Wilhelm Diez in der Kunstakademie München
  • 1896: Europameister Eisschnelllauf
  • 1901 – 1906: Schüler bei Heinrich von Zügel
  • 1902: silberne Medaille bei Ausstellung im Müncher Galspalast
  • 1909: Reise nach Paris
  • 1910: Reise nach Flandern, Belgien, Nordamerika
  • 1911: Reise nach Norwegen
  • 1912: Reise nach Paris, wichtige Einzelausstellung in der Galerie Heinrich Thannhauser in München
  • 1913: Goldmedaille der Internationalen Kunstaustellung im Münchner Glaspalast, zweite Reise nach Nordamerika
  • 1913 – 1921: Aufenthalt in Nordamerika
  • 1916: Teilnahme an der Sommerausstellung der Modernen Galerie Heinrich Thannhauser in München
  • 1923: Die Bayerische Staatsregierung kauf Gemälde Julius Seylers an
  • 1924: Professorentitel an der Münchner Akademie
  • 1925: Stadt München kauft Bild der Muschelfischer
  • 1927: Reise nach Paris und Südfrankreich
  • 1930: Immer wieder Aufenthalt auf Sylt
  • 1945: Atelierbrand, Auslagerung der Bilder in die Alte Pinakothek
  • 1945: Im selben Jahr Wasserschaden seiner Bilder in der Pinakothek
  • 1946: Rückkehr nach München
  • 1955: Julius Seyler stirbt am 25. November. Otto Dix fertigt die Totenmaske von Gesicht und Händen an
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